Ein Bericht von Wolfgang Scheurmann
Von Frankfurt starteten wir mit „CANADIAN AIR“, im Gepäck zwei Gitarren, eine E-Gitarre und eine akustische Gitarre. Alois Wolfsberger (Profi-Drummer) aus Mörlenbach und seine Frau begleiten uns.
Meine Lebensgefährtin, Promotionmanagerin (BILLY WHITE-PROMOTION) und außerdem Backgroundsängerin in meiner Band, Monika Hafner, und ich sehen einem langen Flug entgegen. Nach ca. 12 Stunden Flugzeit landen wir dann in Vancouver.
Dort haben wir zwei Stunden Aufenthalt. Dann geht es weiter mit „CANADIAN REGIONAL“ (eine kleine Maschine, ca. 60 Personen) noch einmal zwei Stunden über die Rocky Mountains zu unserem Zielflughafen FORT SAINT JOHN. Diese Stadt hat ca. 16000 Einwohner. Von dort werden wir von unserem deutschen Freund Rolf Frädert, ein Architekt aus Eich bei Worms, abgeholt.
Mit einem Chevrolet Transporter fahren wir ca. 100 km durch das wunderschöne PEACE RIVERTAL zu Rolf‘s 3 T-Ranch.Der Name entstand durch drei riesige Tannen, die auf seinem 350 Hektar großen Land sich aus dem üblichen Pappelwald (Espen-Zitterpappeln) besonders hervorheben.
Nachdem wir unser Gepäck in unserem Blockhaus verstaut haben, nehmen wir erst mal einen kleinen Imbiss (Bacon & Eggs) in der Küche des Haupthauses ein. Schon am nächsten Tag erhalten wir Besuch von unseren Canadischen Freunden aus der Nachbarschaft, Grace & Ron Bakstad (Grader Service Ltd.). Die Wiedersehensfreude ist nach drei Jahren natürlich riesengroß und die Begrüßung daher sehr stürmisch.
Nachbarn heißt 16 km entfernt aus einem kleinen Ort namens Goodlow (ca. 35 Einwohner), dort gibt es auch einen kleinen Store, wo man das nötigste einkaufen kann. Zwei Tage später fahren wir das erste mal nach Fort St. John zum Einkaufen. In einem Großmarkt (Safeway/Overwaitea) decken wir uns für die nächsten Tage ein.
In den folgenden zwei Wochen haben wir die Möglichkeit, verschiedene Aktionen zu unternehmen. So waren wir unter anderem bei Mr. Stan Large, einem Großrancher, dem über 2000 Hektar Land gehören, zum Trailreiten durch die Rocky Mountains. Uber felsiges Gestein, manchmal steil abfallend (ein etwas mulmiges Gefühl dabei inbegriffen) sowie: durch knietiefes kristallklares Bachwasser ging der Ritt über drei Stunden.
Man kann diese Schönheit der Natur und die Weite und Ruhe in diesem Land kaum beschreiben, wenn man es selbst nicht gesehen hat. Auch ein Rodeo, wo auf wilden Bullen die Cowboys ihre Geschicklichkeit beweisen können, war höchst interessant.
Einen Tag verbrachten wir am Bennett Dam, dem größten Staudamm Nordamerikas. Mit dem Bus fuhren wir ins Innere eines riesigen Felsberges neben dem Staudamm, wo ein gigantisches Elektrizitätswerk mit über dimensionalen Turbinen das ganze Land mit Strom versorgt.
Zum Entspannen fuhren wir über den ALASKA-HIGHWAY ins angrenzende ALBERTA (Wild Rose Country) zu einem wunderschönen See (OLE‘S LAKE) zum Lachs angeln. Diese haben wir dann später auf Rolf‘ Ranch in seinem Grillhaus geräuchert.
Am Montag unserer letzten Urlaubswoche haben wir dann drei Musiker (Kanadier), mit denen wir vor drei Jahren schon zusammengespielt haben, auf die Ranch eingeladen. Peter Priebe (Bassist, hat auch schon Platten produziert, bekannt durch Funk und Fernsehen in Kanada und er hatte für das Equipment des Konzertes die Organisation übernommen) sowie die beiden Brüder und Gitarristen Dave und Mike Myers (außer daß sie Musik zusammen machen, haben sich die beiden auch selbständig gemacht und bauen sogenannte Loghäuser per Handmade) probten dann mit uns zusammen den Ablauf des Konzerts.
Am nächsten Tag wurde ich dann zum Rundfunksender (KCNL), einem lokalen Privatsender von Fort St. John sowie von dem Fernsehsender (CABLE 10) zu einem Interview eingeladen.
Am Nachmittag diesen Tages waren wir noch Gast bei Alaska-Highway-News, der größten Tageszeitung vor Ort. Da es sich um ein Benefizkonzert für die „Darren Almond Foundation“ Memorial Travel handelte, wurde natürlich die Werbetrommel riesig geschlagen.
So konnte man jeden Tag in der Zeitung lesen und im Radio hören, daß ein deutscher Countrysänger sich spontan für dieses Konzert, deren Erlös MS-Kranken Leuten zugute kommt, zur Verfügung stellte. Auch Titel meiner eigenen CD‘s wurden täglich eingespielt.
Am Freitag begann dann um 19.30 Uhr durch eine Ansage von dem deutschen Consul Fred E. von Ilberg das Konzert. Im ausverkauften Theater (North Peace Cultural Centre), wobei viele deutsche Einwanderer unter dem Publikum waren, wurden dann zweimal 45 Minuten Country-Music präsentiert.
Die deutschen Titel, die wir ins Programm mit eingebaut hatten, riefen besonderen Applaus im Publikum hervor. Was am Ende des Konzertes passiert ist, davon kann man in unseren Landen nur träumen. Nachdem das letzte Lied verklungen war und die Band verabschiedet wurde, erhob sich das gesamte Publikum zu Standing Ovation. Danach kam jeder Visitor zur Gratulation an die Bühne. Es war einfach unbeschreiblich.
Der gesamte Ablauf dieser Veranstaltung wurde von dem Fernsehsender CABLE 10 aufgezeichnet. Als besonderen Dank bekamen wir vor unserer Abreise noch am Flughafen einen Mitschnitt des Konzertes auf Video, das uns zu unserer freudigen Überraschung Peter Priebe überreichte.
Zu weiteren Konzerten, die in den nächsten zwei Jahren folgen sollen, wurde die ganze Band von Deutschland eingeladen. Dieser Einladung werden wir mit Sicherheit folgen.
Es werden unvergessene Tage bleiben, die wir in diesen drei Wochen bei und mit unseren kanadischen Freunden erlebt haben und wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten Besuch in B.C. CANADA.
|
Quelle: Bericht von Wolfgang Scheuermann
|
|